Im Herzen des Limmattals, 15 S-Bahn-Minuten vom Hauptbahnhof Zürich entfernt, entstehen auf rund 12’500 Quadratmetern direkt am Bahnhof Dietikon eine zeitgemässe Verkehrsdrehscheibe und ein lebendiges Stadtquartier. 

In den kommenden Jahren werden der Bahnhofplatz und Bushof neugestaltet, das Bahnhofgebäude saniert und erweitert sowie auf dem Bahnhofareal neuer Wohn- und Gewerberaum für das Stadtzentrum von Dietikon geschaffen. 

Ziel der städtebaulichen Entwicklung ist es, einen attraktiven Ort in Dietikon zu schaffen, an dem sich Mobilität, Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden und der eine hohe Aufenthaltsqualität bietet.  

Besonderer Wert wird auf die Gestaltung der Grün- und Freiflächen im Bahnhofareal gelegt, die öffentlich zugänglich, vernetzt und vielfältig sein werden. Einschliesslich der Wohnungen im Bahnhofsgebäude entsteht ein Drittel der Wohnungen im preisgünstigen Segment.

Planen und entwickeln 

Die SBB und die Stadt Dietikon arbeiten bei der Planung des Bahnhofareals eng zusammen.  

Seit 2019 werden die Grundlagen für die Arealentwicklung der SBB und für den neuen Bahnhofplatz und Bushof der Stadt partnerschaftlich erarbeitet. Das gemeinsame städtebauliche Konzept diente als Grundlage für das Richtprojekt des privaten Gestaltungsplans der SBB sowie für den Projektwettbewerb der Stadt für Bahnhofplatz und Bushof.

Der private Gestaltungsplan «Bahnhofareal Dietikon» wurde im Herbst 2023 öffentlich aufgelegt. Die in dieser Zeit eingegangenen Anträge von Parteien, Privaten und Verbänden hat die SBB sorgfältig geprüft. Anschliessend wurde das Planungsdossier im Austausch mit der Stadt bereinigt. Der nächste Schritt ist die Behandlung des Dossiers durch den Gemeinderat der Stadt. Mit erfolgter Festsetzung wird der Gestaltungsplan der Baudirektion des Kantons Zürich zur Genehmigung vorgelegt, die Rechtskraft wird für das Jahr 2025 erwartet.

Nach Abschluss der Sondernutzungsplanung führt die SBB mehrere qualitätssichernde Verfahren für die vier Baubereiche durch. Die erste Entwicklungsetappe wird voraussichtlich zwischen 2028 und 2031 gebaut. Die letzte Etappe wird voraussichtlich nicht vor 2036 in Betrieb gehen. 

Grösse Entwicklungsareal: 12’500 m2.

Nutzungen Geschossfläche oberirdisch (m2)
Wohnen 22'900
Büro/Gewerbe 4'900
Publikumsorientierte Nutzungen im EG 1'250
Sonstige Nutzungen im EG 800

Grundsätze für die Entwicklung

Kooperative Planung

Baukultur bedeutet für die SBB, die bestehende Bausubstanz und das baukulturelle Erbe zu bewahren und zu pflegen sowie den Lebensraum verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Dazu gehört insbesondere, dass die SBB die Partizipation und das Engagement der Standortgemeinden und -städte fördert und unterstützt. Dies geschieht durch die konsequente Anwendung breit abgestützter Prozesse in der Arealentwicklung und im Städtebau. 

In Dietikon arbeiten SBB und Stadt seit 2016 zusammen. In den Jahren 2019 und 2020 wurden der städtebauliche Studienauftrag mit vier interdisziplinären Teams und die Vertiefungsstudien mit zwei der vier Teams gemeinsam beauftragt und durchgeführt. Zahlreiche Expertinnen und Experten waren in diese Verfahren eingebunden.

Mit der Durchführung dieser aufwändigen Verfahren stellten Stadt und SBB sicher, dass sowohl das resultierende gemeinsame städtebauliche Konzept als auch die darauf aufbauenden Planungen von Stadt und SBB von hoher Qualität sind und die Interessen der Öffentlichkeit berücksichtigen.

 

Vielfältiges Wohnen für urbane Lebensstile

Auf dem Areal ist ein hoher Wohnanteil mit einem vielfältigen, flexiblen und zeitgemässen Angebot unterschiedlicher Wohntypologien für urbane Lebensstile vorgesehen.

Zur gewünschten Vielfalt trägt insbesondere auch preisgünstiger Wohnraum bei. Auf dem gesamten Areal wird die SBB ein Drittel der Wohnflächen im preisgünstigen Segment anbieten, inklusive der bestehenden Wohnungen im Bahnhofsgebäude.

Nutzungsvielfalt und öffentliche Erdgeschosse

Publikumsorientierte Nutzungen in den Erdgeschossen sind ein wichtiger Faktor für die Belebung und Qualität des öffentlichen Raums. Sie schaffen Anziehungspunkte, Vielfalt und Identität in den Stadtquartieren. Die SBB setzt bei ihren Arealentwicklungen auf ortsbezogene Nutzungskonzepte. So entstehen Erdgeschosse mit Gastronomie-, Verkaufs- oder Dienstleistungsangeboten, die sich an den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung orientieren und somit zu einem belebten und attraktiven Stadtraum beitragen. 

Das Bahnhofareal Dietikon zeichnet sich durch eine urbane Nutzungsdurchmischung aus. Diese besteht pro Teilareal aus maximal 80 Prozent Wohnen und mindestens 20 Prozent Dienstleistungen und Gewerbe.

Auf dem Areal Nord (Baubereich D) entsteht eine lebendige Zentrumserweiterung für das Wohnen, unter anderem mit preisgünstigen Wohnungen. In den Erdgeschossen sind publikumsorientierte und wohnergänzende Nutzungen, in den Obergeschossen Wohnungen und im Hochhaus im ersten Obergeschoss zusätzlich Büro- und Dienstleistungsflächen vorgesehen. 

Im sogenannten «Sonderbaustein» (Baubereich C) gegenüber des Bezirksgebäudes entstehen Büro- und Dienstleistungsflächen und ins Erdgeschoss ziehen publikumsorientierte Nutzungen ein. Wohnungen sind an dieser Lage nicht möglich.

Das Areal Süd wird durch das bestehende Bahnhofgebäude (Baubereich A) und den angrenzenden Bahnhofplatz und Bushof geprägt. Die Wohnungen in den Obergeschossen des Bahnhofgebäudes werden sanft saniert. Mit der Aufstockung werden an dieser zentralen Lage zusätzliche Wohnflächen geschaffen. Um mehr Bewegungs- und Aufenthaltsräume zu schaffen sowie den Bezug zum Stadtraum zu stärken, sind im Erdgeschoss neue Durchgänge und reisespezifische Nutzungen vorgesehen. Zudem wird eine neue Velostation mit 300 kostenlosen Abstellplätzen integriert. 

In der Erweiterung des Bahnhofgebäudes, dem «Hohen Haus Süd» (Baubereich B), sind in den unteren vier Geschossen Büro- und Dienstleistungsnutzungen und darüber Wohnnutzungen vorgesehen. Das Erdgeschoss wird ebenfalls mit publikumsorientierten Nutzungen bespielt. 

 

Nachhaltigkeit

Die SBB leistet einen wichtigen Beitrag zum Verkehrs- und Immobilienangebot der Schweiz. Sie entwickelt Bahnhöfe und angrenzende Areale zu vielseitigen Mobilitätszentren und Stadtquartieren für unterschiedlichste Bedürfnisse wie Arbeiten, Bildung, Gesundheit, Einkaufen, Wohnen und Begegnung. Dabei plant, baut und betreibt die SBB ihre Areale ressourcenschonend und energieeffizient. Die Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Klimaschutz, Energiesparen, nachhaltiges Bauen und Kreislaufwirtschaft. Diese Eckpunkte gelten auch für die Entwicklung auf dem Bahnhofareal Dietikon und werden in allen Planungsphasen beachtet. 

Besonderes Augenmerk wird auf die Gestaltung der Grün- und Freiflächen im Bahnhofgebiet gelegt. Diese werden nach einem Gesamtkonzept geplant, das Aussagen zu Gestaltung, Ökologie, Biodiversität, Mikroklima, Hochwasserschutz, Retentionsmöglichkeiten und Versiegelungsgrad treffen muss.

Grün- und Freiflächen werden öffentlich zugänglich sein. Die bestehende öffentliche Fuss- und Veloverbindung entlang der Weiningerstrasse sowie eine neue öffentliche Fussverbindung entlang der Gleise werden in die Freiraumgestaltung integriert und neue Strassenbäume entlang der Weiningerstrasse gepflanzt. Durch die Vernetzung der Freiräume sowie Massnahmen zur Förderung der Biodiversität und Hitzeminderung entsteht eine qualitativ hochwertige Stadtlandschaft von der Überlandstrasse bis zum Bahnhofplatz.

Im Rahmen der Arealentwicklung verbessert die SBB auch die Situation für den umweltfreundlichen Langsamverkehr und ermöglicht ein schnelleres Umsteigen vom Velo auf Zug, Tram und Bus: Das städtische Velohaus, das für den neuen Bahnhofplatz und Bushof weichen muss, wird durch eine neue Velostation im Erdgeschoss des Bahnhofgebäudes ersetzt. Zusammen mit dem Einbau einer neuen Treppe in die Personenunterführung wird so der Zugang zu den Zügen verbessert.

Zeitplan

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Unterzeichnung Planungsvereinbarung 08/2018
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Abschluss Studienauftrag 09/2019
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Abschluss Richtprojekt 02/2022
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Informationsveranstaltung und Beginn öffentliche Auflage 09/2023
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Erwartete Rechtskraft Gestaltungsplan 2025
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Qualifizierendes Verfahren 2026
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Vorprojekt 2026
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Bauprojekt 2027
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Errichtung 2029
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Inbetriebnahme 2031